Eigenlob stinkt? Warum du heute Konfetti für dich selbst regnen lassen solltest
- Alexandra Pisek
- 27. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag
Ein altes Sprichwort besagt: Eigenlob stinkt. – Von wegen! Erfahre, warum das bewusste Feiern deiner Erfolge deine Resilienz und dein Selbstwertgefühl stärkt.

Hand aufs Herz: Was passiert in deinem Kopf, wenn dir jemand ein ehrliches Kompliment macht? Oder wenn du auf ein Projekt zurückblickst, das du trotz massiver Stolpersteine erfolgreich ins Ziel gebracht hast?
Bei den meisten von uns springt sofort ein internalisierter Autopilot an. Wir ducken uns verbal weg und murmeln Sätze wie: „Ach, das war doch nicht so viel", „Da hatte ich einfach nur riesiges Glück" oder „Das hätte doch jeder an meiner Stelle geschafft".
Warum tun wir das? Weil tief in unserer mentalen Festplatte ein Satz eingebrannt ist, den wir schon im Sandkasten rauf und runter gehört haben: „Eigenlob stinkt!" Wir wurden zur Bescheidenheit erzogen. Doch was im Alltag als höflich gilt, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als unterschätzter Stolperstein für deine innere Stärke.
Eigenlob stinkt? Die Kehrseite der „falschen Bescheidenheit“
Die Psychologie zeigt uns hier eine unbequeme Wahrheit: Wer seine eigenen Stärken permanent kleinredet, tut seiner Psyche keinen Gefallen. Wenn du Erfolge als „selbstverständlich" abtust, dich aber im Gegenzug für jeden kleinen Fehler hart bestrafst, gerätst du in einen mentalen Teufelskreis. Der innere Druck steigt, deine Motivation sinkt langfristig und das Risiko für emotionale Erschöpfung nimmt zu.
Das bewusste Anerkennen deines eigenen Könnens ist kein unhöfliches Angeben und keine Überheblichkeit. Es ist ein fundamentaler Akt der Selbstfürsorge. Jedes Mal, wenn du dir erlaubst, stolz auf deine Erfolge zu sein, füllst du den Tank deiner Selbstwirksamkeit – das tiefe Vertrauen in dich selbst, dass du auch zukünftige Herausforderungen aus eigener Kraft überstehen kannst.
Kurz gesagt: Eigenlob stinkt nicht. Es ist der Treibstoff für deine Resilienz.
Zwei Werkzeuge, die deinen inneren Kritiker entmachten
Sobald du dir jetzt vornimmst, wohlwollender mit dir umzugehen, wird dein innerer Kritiker natürlich sofort lautstark protestieren. Um diesen gelernten Blockade-Mechanismus im Alltag zu stoppen, helfen zwei überraschend einfache Techniken:
Das Sprichwort wortwörtlich nehmen
Sobald die bekannte Stimme auftaucht, hältst du dir kurz die Nase zu. Diese kleine Bewegung bricht den automatischen Gedankenfluss und macht dir die Absurdität des Glaubenssatzes bewusst. Durch die humorvolle Übertreibung schaffst du Distanz zu deinen eigenen Gedanken, anstatt dich von ihnen beherrschen zu lassen – die körperliche Musterunterbrechung verschiebt den Fokus und ermöglicht einen sachlicheren Blick auf die eigenen Erfolge.
Der Ton macht die Musik
Wenn dein innerer Kritiker das nächste Mal nörgelt: „Bild dir bloß nichts darauf ein...", dann lass ihn mit einer piepsigen, albernen Stimme sprechen – zum Beispiel der von Micky Maus. Das alberne Zerrbild schafft eine gesunde Distanz zu der destruktiven Stimme. Sobald ihre Autorität bröckelt, wird spürbar, dass ihre Sätze lediglich erlernte Gedanken sind – und nicht die Realität abbilden.
Fazit: Setz dir die Krone auf
Das nächste Mal, wenn du eine schwierige Phase gemeistert hast, versuche, dich durch die Brille einer guten Freundin oder eines guten Freundes zu betrachten: absolut realistisch, wohlwollend und mit echtem Stolz.
Du musst deine Erfolge nicht mit dem Megafon auf dem Marktplatz herausschreien. Aber du darfst aufhören, dich vor dir selbst dafür zu entschuldigen, dass du verdammt gute Arbeit geleistet hast.
Wofür darfst du heute so richtig stolz auf dich sein?
Du willst mehr als einen Impuls für zwischendurch?
Wenn du merkst, dass der innere Kritiker bei dir besonders laut ist oder du generell spürst, dass du in stressigen Phasen mehr innere Stabilität brauchst, dann ist mein Workshop „Resilienz im Alltag stärken – Gelassener durch herausfordernde Zeiten“ genau der richtige nächste Schritt. Hier erarbeiten wir gemeinsam ein breites Fundament – von Selbstwirksamkeit und Emotionsregulation über den Umgang mit Stress bis hin zu deiner ganz persönlichen Ressourcenschatzkiste.

Wer schreibt hier eigentlich?
Ich bin Alexandra – systemische Beraterin (DGSF) und Trainerin für Resilienz und mentale Gesundheit aus der Region Mainz/Wiesbaden. Ich begleite Menschen dabei, ihre innere Widerstandskraft zu stärken – mit fundiertem Hintergrundwissen und Methoden, die sich im echten Leben bewähren. Ich freue mich über deine Nachricht: kontakt@alexandrapisek.de
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