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Mehr Mitgefühl mit dir und anderen: Eine Fähigkeit, die jeder lernen kann

  • Alexandra Pisek
  • vor 6 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit
Mitgefühl ist einer der wirksamsten Schutzfaktoren für unsere mentale Gesundheit – und diese Fähigkeit ist erlernbar. Wie das im Alltag gelingt, zeigt die Forschung.

Zwei Menschen halten einander an den Händen auf einem Holztisch als Zeichen von Mitgefühl und emotionaler Unterstützung.

Hand aufs Herz: Wie gehst du mit dir um, wenn dir im stressigen Alltag ein Fehler unterläuft? Vermutlich zieht in deinem Kopf sofort ein strenges Gewitter auf. Wir bewerten, kritisieren und verurteilen uns oft für Dinge, die wir einer guten Freundin oder einem Kollegen sofort verzeihen würden.


Dieses Phänomen ist weit verbreitet: Während wir anderen gegenüber oft tiefes Mitgefühl aufbringen können, verwehren wir es uns selbst im entscheidenden Moment. Doch die Psychologie zeigt immer deutlicher, dass Mitgefühl keine Einbahnstraße ist. Es umfasst sowohl den fürsorglichen Blick auf das Gegenüber als auch das so wichtige Selbstmitgefühl.


Mitgefühl als erlernbare Fähigkeit im Alltag verankern

Das Schöne ist: Wir sind dieser inneren Härte nicht hilflos ausgeliefert. Eine wissenschaftliche Meta-Analyse aus dem Frühjahr 2026 untermauert mit Daten aus 23 verschiedenen Studien, dass Mitgefühl und Selbstmitgefühl keine angeborenen Charaktereigenschaften sind, sondern Fähigkeiten, die wir aktiv trainieren können. Die Forschung zeigt, dass gezielte Interventionen das emotionale Wohlbefinden nachweislich verbessern und psychischen Belastungen die Schärfe nehmen. Um diese Haltung im Alltag zu kultivieren, stützt sich das Training im Wesentlichen auf drei tragende Säulen:


  1. Achtsamkeit

    Den eigenen inneren Schmerz oder den Stressmoment überhaupt erst einmal wertfrei wahrnehmen, anstatt ihn sofort wegzudrücken oder sich von ihm überwältigen zu lassen.


  2. Reflexion

Das bewusste Innehalten und Hinterfragen der eigenen, oft automatischen Bewertungsmuster hilft dabei, den inneren Kritiker zu beruhigen und die Situation sachlicher einzuordnen.


  1. Perspektivwechsel

    Hier weiten wir den Blick. Wir betrachten die Situation mit den Augen eines wohlwollenden Beobachters. Wie würde jemand, der mich schätzt, jetzt auf mich schauen? Oder was braucht mein Gegenüber gerade wirklich, jenseits von Vorwürfen?


Ein Schutzfaktor, der in jedem Beruf den Unterschied macht

Besonders im Gesundheitswesen und in anspruchsvollen, sozialen Berufen, in denen Menschen täglich mit dem Leid anderer konfrontiert sind, zeigt sich die gesellschaftliche Bedeutung dieses Themas. Hier wirkt trainiertes Mitgefühl wie ein Schutzschild gegen emotionale Erschöpfung. Wer gelernt hat, sich selbst in fordernden Momenten mit Mitgefühl zu begegnen, brennt seltener aus und bleibt langfristig handlungsfähig.


Doch diese schützende Wirkung endet natürlich nicht an den Türen von Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Egal, ob du im Büro sitzt, ein Team leitest oder dich im anspruchsvollen Familienalltag organisierst: Die Mechanismen von Stress und emotionaler Belastung sind überall dieselben. Ein bewusster Perspektivwechsel und ein wohlwollender Umgang mit den eigenen Grenzen sind universelle Kompetenzen, die jede Lebens- und Arbeitswelt spürbar entlasten.


Ein kleiner Impuls für deinen Alltag

Nimm dir heute in einem stressigen Moment kurz Zeit für eine einzige Frage an dich selbst: „Was würde ich jetzt einer guten Freundin sagen, die genau in meiner Situation ist?“ Erlaube dir, diese Antwort auch für dich selbst gelten zu lassen.



Quelle: Alcaraz-Córdoba et al. (2026). The efficacy of compassion and self-compassion training programs for healthcare university students: a systematic review and meta-analysis. BMC Medical Education, 26, 687. DOI: 10.1186/s12909-026-08956-8



Mitgefühl dir und anderen gegenüber stärken

Möchtest du dir selbst und anderen wohlwollender begegnen? Genau hier setzt das wissenschaftlich fundierte Training emotionaler Kompetenzen (TEK) nach Prof. Dr. Matthias Berking an. In diesem mehrteiligen Workshop erarbeiten wir Schritt für Schritt sieben zentrale Basiskompetenzen – unter anderem die bewertungsfreie Wahrnehmung, die effektive Selbstunterstützung und die aktive Regulierung belastender Gefühle – für mehr innere Stabilität im Alltag. Wenn dich das anspricht, schau gerne in meinem Workshop-Portfolio vorbei. Ich freue mich, wenn wir diesen Weg gemeinsam gehen.



Alexandra Pisek, systemische Beraterin (DGSF) und Trainerin für Resilienz und mentale Gesundheit, sitzt lächelnd vor einer farbigen Graffiti-Wand.

Wer schreibt hier eigentlich?

Ich bin Alexandra – systemische Beraterin (DGSF) und Trainerin für Resilienz und mentale Gesundheit aus der Region Mainz/Wiesbaden. Ich begleite Menschen dabei, ihre innere Widerstandskraft zu stärken – mit fundiertem Hintergrundwissen und Methoden, die sich im echten Leben bewähren. Ich freue mich über deine Nachricht: kontakt@alexandrapisek.de




Wenn du jemanden kennst, der im Alltag oft viel zu streng mit sich ist, teile diesen Beitrag gerne als kleinen, wertschätzenden Impuls.

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